BMW Motion Spessart Rallye

Spessart Rallye am 30.05.2026 | Was Sie über eine tourensportliche Ausfahrt wissen müssen.


Bevor die Nennung für die ausgewählte Veranstaltung abgeschickt wird, stellen sich die geneigten potenziellen Teilnehmer vielfach Fragen wie: „Was erwartet mich denn eigentlich da?“ oder „Was muß ich beachten?“ Um genau diese Fragen zu beantworten, möchten wir auf diesem Weg den potenziellen Teilnehmern eine paar mehr oder weniger ernst gemeinte Tipps für eine Oldtimerrallye geben. Viel Vergnügen bei der Lektüre unserer Ausführungen.

Grundsätzlich gilt: Wir fahren keine Bestzeitrallye unter voller Ausnutzung der Höchstgeschwindigkeit des von uns bewegten Fahrzeugs! Besatzung und Material sollen unbeschadet im Ziel ankommen, wobei wir während der Fahrt immer die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung beachten.


Ausrichtung der Veranstaltung: Es gibt inzwischen eine Vielzahl von unterschiedlich ausgerichteten (Oldtimer)veranstaltungen. Wir loben unsere Veranstaltung als tourensportliche Variante aus. Tourensportlich heißt, die Fahrtroute wird durch Zeichen, in eingeweihten Kreisen auch Chinesenzeichen genannt, dargestellt.

Bei unserer Veranstaltung gibt es keine Kartenausschnitte oder Ori-Aufgabenstellungen (z.B.: Strich-Punkt, Herausfinden der kürzesten Fahrtroute, Einbahmstraßenprinzip etc.) und keine Fischgrät-Darstellungen. Unterwegs erwarten die Teilnehmer allerdings Wertungsprüfungen unterschiedlicher Art. Diese Wertungsprüfungen stellen die Geschicklichkeit und/oder Aufmerksamkeit des Teams zuweilen auf eine harte Probe. Zeitprüfungen, wo eine vorgegebene Strecke in einer vorgegebenen Zeit durchfahren werden muß, können den Teilnehmenden schonmal auferlegt werden. Die jeweiligen Ergebnisse, die bei den „Prüfungen“ erreicht werden, fließen in die Auswertung ein. Im Zweifelsfall gibt es auch sogenannte Durchgangskontrollen (= DK), die zur Kontrolle der Fahrtroute dienen und im Regelfall einen Stempel auf der Bordkarte bedeuten. Diese DK´s werden manchmal im Roadbook angekündigt, oder auch nicht (= geheime DK). Es obliegt den Teilnehmenden diese Kontrollen zu finden und auch von der richtigen – in Fahrtrichtung rechts – Seite anzufahren.

Gerne gilt es auch während der Fahrt sogenannte Baumaffen oder stille Zeugen (Schilder in Bäumen, an Büschen oder am Straßenrand) aufzuspüren und die, im Briefing oder Roadbook beschriebenen, Symbole auf der Bordkarte an der dafür vorgesehenen Stelle einzutragen.

Auch kann durchaus ein Fragebogen verteilt werden, der den Ehrgeiz der ambitionierten
Teilnehmenden weiter steigert. Die jeweiligen Ergebnisse, die bei den „Prüfungen“ erreicht wurden, fließen in die Auswertung ein. Eine Siegerehrung gibt es im Anschluß an die
Veranstaltung.


Vorbereitungen:

Neben der mentalen Vorbereitung des Teams und dessen technischer Ausrüstung, sollte auch dem Fahrzeug etwas Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Fangen wir mit dem Fahrzeug an… ein uraltes, sicherlich schon oft behandeltes und bekanntes Thema:

  • Der Motorölstand sollte stimmig sein; etwas Ersatzöl im Fahrzeug schadet sicher nicht.
  • Luftdruck checken (wird im Zeitalter der elektronischen Helferlein in den modernen Fahrzeugen gerne ´mal vergessen)
  • Liefert die Batterie noch genügend „Saft“? Nicht nur bei herbstlichen Temperaturen kann es schonmal zu schwächelnden Akkus kommen.
  • Wann wurde die Bremsflüssigkeit zuletzt gewechselt? Nach spätestens 3 – 4 Jahren sollte dieses Elixier auch bei Oldtimern gewechselt werden. Es ist der Stimmung an Bord nicht unbedingt zuträglich, wenn der Fuß beim Bremsen plötzlich ins Leere drückt und die Straße „ausgeht“.
  • Auch kann ein Blick auf das Alter der Reifen nicht schaden. Sicherlich ist der Reifenabrieb ab einem gewissen Alter gegen „0“ tendierend und damit kein Verschleiß mehr messbar. Jedoch kann diese dem Alter geschuldete Härte des Gummis zu einer unfreiwilligen Drifteinlage nicht nur bei feuchten Untergründen führen.
  • Bekannte kleinere „Gebrechen“ des Fahrzeugs sollten im Vorfeld einer Ausfahrt behoben werden. Es kann bestimmt auch ´mal unfreiwillig komisch wirken, wenn ein Besatzungsmitglied das Auto anschiebt. Nach dem 5. Anschieben führt es allerdings in der Regel nur noch bei Schaulustigen zu einer gewissen (Schaden)freude.
  • Verbandskästen aus dem Baujahr des Fahrzeugs sind bei Treffen ein echter „Hingucker“; im Falle eines Falles allerdings nicht wirklich zweckmäßig. Auch wird die „Rennleitung“ bei Kontrollen nur wenig Verständnis für diese Interpretation von Nachhaltigkeit aufbringen. Neben einem „frischen“ Verbandskasten müssen auch Warnwesten im Oldtimer immer griffbereit sein.
  • Ein funktionierender Kilometerzähler hilft ungemein, der im Roadbook vorgegebenen Fahrtroute zu folgen. Das beliebte Nachfahren anderer Teilnehmenden kann durchaus zu neuen Erkundungen der Umgebung führen, muß aber nicht unbedingt – im wahrsten Sinne des Wortes – „zielführend“ sein, wenn die vom Veranstalter geplante Route gemeinschaftlich verlassen wird.
  • Ein sauberes Auto wird von Zuschauern und Teilnehmern bei einer Veranstaltung immer wieder gern gesehen. Ob jedoch das Mitführen von Wattestäbchen zur Reinigung des Reifenprofils zwingend notwendig ist, müssen die Teilnehmer für sich selbst entscheiden.

Kommen wir nun zu der Fahrzeugbesatzung und einer empfehlenswerten Ausstattung:

  • Ganz wichtig: „The Brain“ sitzt im Fahrzeug auf dem Beifahrersitz und gibt dem Fahrer Anweisungen, wie bzw. woher zu fahren ist und hat immer Recht.
  • Bitte denken Sie – falls erforderlich – an eine Lesebrille, die beim Lesen des Roadbooks ungemein helfen kann.
  • Um eine feste Unterlage für das Roadbook im Fahrzeug zu schaffen, bietet sich ein Klemmbrett an.
  • Die eine oder andere Schreibmaschine, sprich Kugelschreiber (o.ä.), ist sehr nützlich, wenn es um das Abstreichen der jeweiligen „Zeichen“ im Roadbook geht. Leuchtstifte helfen dabei, Passagen im Roadbook zu markieren und damit im Eifer des Gefechtes leichter wiederzufinden.
  • Auch wieder ablösbare Klebeetiketten können sehr hilfreich sein, um Hinweise im Blickwinkel – nicht im Blickfeld – des Fahrers zu positionieren.
  • Bei unserer Veranstaltung ist das Mitführen einer Stoppuhr (mechanisch oder eektronisch) sicherlich sehr sinnvoll. Dieses Instrument sollte im Vorfeld auch auf Funktion getestet werden.
  • Das Vorwort des Roadbooks bitte immer vor dem Start lesen. Im Regelfall sind dort Hinweise über den Aufbau der Fahrtbeschreibung bzw. Erklärungen zu den Zeichen zu finden.
  • Es gibt 4 nützliche Regeln in Bezug auf das Roadbook:
    • Das Roadbook ist grundsätzlich immer korrekt!
    • „The Brain“ hat immer ein funktionierendes Schreibgerät zur Hand.
    • Sinnvoll ist es, jedes Zeichen direkt nach dem Passieren im Roadbook abzuhaken, um „Doppelbefahrungen“ zu vermeiden.
    • „The Brain“ gibt rechtzeitige, klare und verständliche Anweisungen zu den im Roadbook beschriebenen Fahrmanövern.

Vor dem Start findet in der Regel ein Briefing statt, in dem weitere und spezielle Hinweise zu der Veranstaltung gegeben werden.

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine erfolgreiche und pannenfreie Ausfahrt bzw. Rallye mit viel Spaß an den Prüfungen.

Viele Grüße vom Rallye Team

 

Weitere Infos: https://www.bmw-arnold.com/motion-spessart-rallye-classic-meets-bmw-m/